„Talking of Trees“ ausgezeichten bei der 69. Berlinale

Bei der 69. Belinale wurde der Film „Talking of Trees“ des sudanesischen Regisseurs Suhaib Gasmelbari (2019, 93 Min.) mit dem Glashütte Original – Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet.
Suliman und drei weitere Mitglieder des Sudanesischen Filmclubs haben sich vorgenommen, ein altes Kino wiederzubeleben. Sie eint nicht nur ihre Liebe zum Kino und der leidenschaftliche Wunsch, alte Filmbestände zu restaurieren und der sudanesischen Filmgeschichte neue Aufmerksamkeit zu verschaffen, sondern auch die Tatsache, dass sie alle im Exil eine Filmausbildung genossen haben. Unermüdlich versuchen sie, das Kino bespielbar zu machen. Zwischendurch sitzen sie zusammen und reden über die Vergangenheit, über Verfolgung als oppositionelle Künstler und über Folter, lesen sich alte Briefe aus dem Exil vor und träumen von einem Sudan, in dem die Kunst und das Denken frei sein können. „Wir sind schlauer als sie, aber nicht so stark“, fassen sie einhellig ihre Situation zusammen.
Suhaib Gasmelbari stellt die Geschichte des sudanesischen Kinos ins Zentrum seines Films und wirft dabei zugleich auch ein Licht auf die momentane Situation in dem von Krisen geschüttelten Land.
Der Titel des Film bezieht sich auf das Brecht-Gedicht „An die Nachgeborenen“, in dem es heißt: „Was sind das für Zeiten, wo Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“

Rafiki

Am 31.01.2019 startet der kenianische Spielfilm „Rafiki“ von Wanuri Kahio im Kino (Südafrika, Kenia, Frankreich 2018, 82 Min.). Die Freundinnen Kena und Ziki sind ein Liebespaar und halten an ihrer Beziehung fest, obwohl politische Unstimmigkeiten zum Streit zwischen ihren Familien geführt hat. Doch steht nicht nur der Familienzwist zwischen ihnen: Homosexualität ist in Kenia verboten und das traditionelle Frauenbild, das von den Frauen Unterordnung verlangt, strikt durchgesetzt. Kena möchte so ein leben nicht führen sondern steht zu ihrer Unabhängigkeit. Doch obwohl alles gegen die Zukunft der beiden jungen Frauen spricht, vermittelt der Film die Möglichkeit des Aufbruchs, die auch in Kenia jungen Menschen Hoffnung gibt. „Rafiki“ basiert auf der Kurzgeschichte „Jambula Tree“ der aus Uganda stammenden Autorin Monica Arac de Nyeko. Die Filmemacherin Wanuri Kahio setzt sich in ihrem Film nicht nur mit dem verbotenen Thema der Homosexualität auseinander, sie trotz auch der Zensur und dem Aufführungsverboz ihres Films in Kenia und steht für eine neue Generation von Filmschaffenden in dem ostafrikanischen Land. Die Aufmerksamkeit, die ihr Film als erster Beitrag aus Kenia bei den Filmfestspielen von Cannes erregte, kommt diesem Anliegen entgegen.
Zu einer Filmkritik …

Yves‘ Versprechen

Am 24.01.2019 startet der Film „Yves‘ Versprechen“ von Melanie Gärtner im Kino.

Bundesweit steht die Regisseurin in verschiedenen Kinos zum Filmgespräch zur Verfügung. Nähere Informationen unter http://yves-promise.com/de/

In ihrem Film begleitet Melanie Gärtner ihren Protagonisten nicht nur auf seinen jahrelangen und verwirrenden Reisen von Afrika nach Europa, sondern sie geht, ausgestattet mit Videobotschaften zu Yves‘ Familie nach Kamerun. Dort wird er als Sohn und Bruder vermisst, vielfältige Hoffnungen und Erwartungen sind an ihn geknüpft. Hatte er nicht versprochen, dass es allen besser gehen würde… In der Kritik in epd-Film heißt es: „Der Film fächert die Strukturen dieser Familie auf, erzählt im Nebenbei ihre Geschichte, vom Vater, der einst seine Arbeit in einem Industriebetrieb verlor. Man merkt auch, welcher Druck auf Yves lastet, selbst wenn das nie so ausgesprochen wird. Auch beim zweiten Versuch schafft es Yves über das Meer. Er wird in Europa nie politisches Asyl bekommen, und es verschlägt ihn über Spanien nach Frankreich; er campiert unter Brücken und lebt in einem besetzten Studentenwohnheim. Aber »Yves‘ Versprechen« ist nicht auf Mitleid aus. Der Film zeigt, dass es kein einzelnes Flüchtlingsschicksal gibt, sondern dass immer noch andere daranhängen, Menschen, die hoffen und bangen und lieben und fordern. Das ist der zutiefst humane Grundzug dieses Films. Über die Regisseurin nimmt Yves dann zum ersten Mal Kontakt mit seiner Familie auf, sie tauschen Videobotschaften über das Tablet aus. Und der Vater fragt: ‚Yves, herrscht denn Frieden, wo Du jetzt bist?'“

Verleihung des Deutschen Menschenrechtsfilmpreises

Am 08.12.2018 wird der Deutsche Menschenrechtsfilmpreis in Nürnberg verliehen. Geehrt werden Fernseh- und Filmproduktionen, die sich in herausragender Weise mit dem Thema Menschenrechte auseinandersetzen. Die Filme tragen zum Verständnis der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 bei und leisten einen eigenständigen Beitrag in aktuellen Menschenrechtsdebatten. Gleichzeitig wird mit dem Preis das gesellschaftspolitische Engagement der FilmemacherInnen gewürdigt.

Mit dem Preis für den besten Langfilm wird in diesem Jahr Styx von Wolfgang Fischer (2018, 94 Min.) ausgezeichnet. Die Kölner Notärztin Rike möchte sich ihren lang gehegten Wunsch erfüllen und allein mit ihrem Segelboot zur tropischen Insel Ascension im Atlantischen Ozean fahren. Doch ihre Reise nimmt eine unerwartete Wende, als ihr nach einem Sturm ein schwer beschädigtes und hoffnungslos überfülltes Flüchtlingsboot begegnet. Sie bemüht sich verzweifelt, per Funk Hilfe zu organisieren. Doch die Lage ist aussichtlos. Immer mehr Menschen ertrinken bei dem Versuch, sich von dem sinkenden Schiff auf ihr kleines Boot zu retten und Rike steht vor der schweren Entscheidung, wie sie Hilfe leisten kann ohne sich selbst zu gefährden und den Anweisungen der Behörden nicht Folge zu leisten.
Den Preis in der Kategorie Kurzfilm erhält Joe Boots von Florian Baron (aus er 3sat-Reihe ab18! 2017, 30 Min.). Unter dem Eindruck der Terroranschläge des 11. September entschließt sich der 17-jährige Joe, zum Militär zu gehen. Schon kurz nach der Grundausbildung wird er zum Einsatz in den Irak geschickt. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Pittsburgh muss er feststellen, dass ihn seine Erfahrungen im Krieg nicht mehr loslassen. Joe erzählt ohne Scheu von seinem Trauma: wie er die Kontrolle über sein Leben verliert, und vergeblich nach Hilfe sucht. Denn seine Wunden sind unsichtbar. Der Film verwebt Joes Erzählungen mit Bildern, die die vermeintlich heile Welt Amerikas zeigen.
In der Kategorie Bildung wurde die Folge Der Tatorreiniger – Sind sie sicher? von Arne Feldhusen und Mizzi Meyer (2016, 30 Min.) hervorgehoben. Tatortreiniger Heiko Schotte ist beeindruckt von der Unternehmensberatungsfirma, in der er zu tun bekommt. Nur – was soll die eingebaute Uhr auf der Toilette? Schotty gerät mit Geschäftsführer Grimmehein aneinander, der ein geradezu teuflisches Vergnügen daran findet, seine Mitarbeiter an ihre Belastungsgrenze zu treiben. Das stellt ihn vor die Frage: lieber den Job behalten oder lieber seine Würde? Und wie immer findet Schotty seine ganz eigene Antwort darauf.
Außerdem wurden ausgezeichnet in der Kategorie Magazinbeiträge Erst integrieren, dann abschieben: Deutschlands absurde Asylpolitik von Naima Moussaoui und Ralph Hötte (Monitor 20117, 10 Min.), in der Kategorie Hochschule Thinking like a Mountain von Alexander Hick (2018, 71 Min.) und in der Kategorie Amateure Just a normal Girl von Vanessa Ugiagbe und Yasemin Markstein (2018, 25 Min.). Weitere Informationen: https://www.menschenrechts-filmpreis.de/

Smartphone und Co. – Neue Filme für die Bildungsarbeit

„Death by Design“ von Sue Williams wirft einen erschütternden Blick hinter die scheinbar „saubere“ Kulisse der Elektronikindustrie, von deren Produkten wir alle abhängen. Im Film kommen chinesische ArbeiterInnen und UmweltaktivistInnen aus den USA ebenso zu Wort wie engagierte Unternehmen, die sich für die Entwicklung nachhaltiger E-Produkte einsetzen.

Konsumentinnen und Konsumenten lieben ihre Smartphones, Tablets und Laptops – und leben für sie. Eine Flut neuer Geräte überschwemmt in endloser Folge den Markt. Sie versprechen eine noch bessere Kommunikation, mehr Unterhaltung und die aktuellsten Informationen. Die Zahlen sind atemberaubend. Bis 2020 werden vier Milliarden Menschen einen PC besitzen und fünf Milliarden ein Handy. Aber diese rasante Entwicklung hat auch eine Schattenseite, die die Elektroindustrie vor den Verbrauchern zurückhält. In ihrer Untersuchung, die sich über verschiedene Kontinente erstreckt, kommt die Filmemacherin Sue Williams den Abgründen der Elektroindustrie auf die Spur und zeigt, dass selbst die Herstellung des kleinsten Geräts tödliche Folgen für Umwelt und Gesundheit hat. Der Film erzählt die Geschichten von jungen chinesischen Arbeitern, die unter unsicheren Bedingungen produzieren, von amerikanischen Familien, die mit den tragischen Folgen des Umgangs der Elektroindustrie mit toxischen Stoffen leben müssen, von Aktivistinnen und Aktivisten, die alles dafür tun, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, und von leidenschaftliches Unternehmen, die sich für die Entwicklung nachhaltiger E-Produkte einsetzen, um unseren Planeten und unsere Zukunft zu schützen. In den 1980er Jahren produzierten alle großen Elektronikfirmen im Silicon Valley. Bald erkrankten vor allem Arbeiterinnen, die in der Fertigung direkt mit hochgiftigen Substanzen zu tun hatten, an Krebs. Ein Prozess gegen IBM zog sich über Jahre hin und endete Anfang der 1990er Jahre mit einem Vergleich, über dessen Ergebnis die Klägerinnen und deren Anwälte nichts sagen dürfen. So waren die großen Unternehmen heilfroh über das Angebot, die Fertigung nach China zu verlagern. Hier gäbe es alles, was gebraucht werde: Land, Geld, Genehmigungen und Menschen, die die Komponenten zusammenbauten. So kommentiert ein amerikanischer Experte den „Umzug“ der Fertigungstechnik großer US-Firmen. Damit begann der Aufstieg Chinas zum Exportweltmeister und die USA hatten die mit der Herstellung elektronischer Geräte verbundenen Umweltprobleme „ausgelagert“.

Vision Kino hat einen FilTtipp ZOOM dem Film „Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier“ (Florian Weigensamer, Christian Krönes, Österreich 2018, 92 Min.) gewidmet. Der FilmTipp ZOOM beinhaltet mehrere Recherchevorschläge, wie z. B. „Das illegale Geschäft mit Elektroschrott“, „Umweltverschmutzung und Gesundheitsgefährdung“ oder „Die Stellung von LGBTIQ-Menschen in Afrika“. Anhand von Smartphones kann aufgezeigt werden, dass nicht nur die Entsorgung von Elektrogeräten, sondern bereits die Produktion mit hohen Kosten für Mensch und Umwelt verbunden sein kann. Der Film regt auch zu der Diskussion darüber an, inwiefern die Industrieländer eine Mitverantwortung an der Entstehung von Fluchtursachen tragen. Da das Handy das Leitmedium von Jugendlichen schlechthin ist, empfiehlt es sich, die Beschäftigung mit der weit verzweigten Lieferkette eines Smartphones im Unterricht zu vertiefen. Die besondere Ästhetik des Films regt dazu an, sich mit seiner offenen Form des dokumentarischen Erzählens zu beschäftigen sowie mit dem grundsätzlichen Merkmal von Dokumentarfilmen, keine einfache (vermeintlich objektive) Abbildung der Wirklichkeit zu sein, sondern stets eine selektive, subjektive Sicht auf diese Wirklichkeit zur Diskussion zu stellen.

Die Kompilations-DVD „Digital-Mobil- und fair?“ bietet weitere filmische Hintrergründe zum Komplex Smartphone, Umwelt und Gerechtigkeit und Unterrichtsmaterialine zu den einzelnen Filmen

Styx

Der Film „Styx“ von Wolfgang Fischer (Deutschland, Österreich 2018, 94 Min.) startet am 13.09. im Kino. Rike arbeitet als Notärztin in Köln und bereitet sich darauf vor, ihren Traum zu erfüllen, einen Segeltörn von Gibraltar auf die Atlantikinsel Ascension. Dort sticht sie alleine mit ihrem Segelboot in See. Ihre Reise wird abrupt beendet, als sie sich nach einem Sturm auf hoher See in unmittelbarer Nachbarschaft eines überladenen, havarierten Fischerbootes wiederfindet. Mehrere Dutzend Menschen drohen zu ertrinken. Rike folgt zunächst der gängigen Rettungskette und fordert per Funk Unterstützung an. Als ihre Hilfsgesuche unbeantwortet bleiben, die Zeit drängt und sich eine Rettung durch Dritte als unwahrscheinlich herausstellt, sieht sich Rike gezwungen zu handeln. In der Begründung für den Film des Monats der Evangelischen Filmarbeit heißt es: „Abenteuerfilm, Thriller, Dokudrama? Wolfgang Fischers ‚Styx‘ hat von allem etwas. Schließlich treffen in seinem Szenario höchst unterschiedliche Sphären aufeinander. Die Protagonistin (Susanne Wolff) ist verantwortungsvoll und wirkt sympathisch in ihrem Drang zu helfen. Doch sie repräsentiert ein saturiertes Europa, dessen Bürger selbst bestimmen können, welchen Lebensrisiken sie sich aussetzen: Ihre ‚Abenteuer‘ sind allemal abgesichert. Die Menschen auf dem sinkenden Boot haben keine Wahl. Auf der Flucht vor Armut und Zwang liefern sie sich nicht nur den Elementen aus, sondern vor allem der Politik, denen, die darüber entscheiden, wem wann geholfen wird. Angesichts der inhumanen Tendenzen unserer Migrationsdebatte und der beständig steigenden Zahl der Opfer im Mittelmeer gewinnt der auf der diesjährigen Berlinale vorgestellte Film eine furchtbare Dringlichkeit. Seine Stärke liegt darin, wie er das Thema kammerspielartig in einer Extremsituation verdichtet und zugleich den Blick weitet: auf die grundlegende Ungleichheit im Verhältnis von Nord und Süd …“ http://www.film-des-monats.de

Im Labyrinth der Erinnerung – Los Versos del Olvido

Der Film von Alireza Khatami startet am 12.07.2018 im Kino. Erzählt wird die Geschichte eines alten Mannes, der auf dem Friedhof einer Stadt in einem nicht näher bezeichneten lateinamerikanischen Land arbeitet. Dort werden die Opfer von Unruhen hingebracht, aber auch die Opfer von Folter, die die Torturen nicht überlebten. Als eines Tages die Leiche einer jungen Frau nicht abgeholt wird, entscheidet der alte Mann, ihr ein würdiges Begräbnis zu geben. Der Debüt-Film des iranischen Regisseurs Alireza Khatami ist der engagierte Aufruf gegen das Vergessen, das Verschwinden, das Ausradieren von Namen und Existenzen, das in vielen Ländern überall geschehen ist, geschieht oder stattfinden könnten. Mit hoch symbolischen Bildern, die Motive aus 1001-Nacht, in der eine junge Frau um ihr Leben erzählt, und die Fabulierkunst des lateinamerischen magischen Realismus aufgreift, entsteht eine universelle Parabel über den Umgang mit Tod, Verlust und staatlichem Terror. „Im Labyrinth der Erinnerung“ ist Film des Monats Juni 2018 der Jury der Evangelischen Filmarbeit. Dieser Film steht voraussichtlich bis Ende des Jahres als DVD auch für die Bildungsarbeit zur Verfügung.

Muhi – Generally Temporary

Am 14.06.2018 startet der Dokumentarfilm von Rina Castelnuovo, Tamir Elterman (Deutschland, Israel 2017, 85 Min.) im Kino.

Der sechsjährige Mohammed, genannt Muhi, der im Gazastreifen als Sohn eines Hamas-Aktivisten geboren wurde, verbrachte sein ganzes bisheriges Leben in einem israelischen Krankenhaus. Er leidet an einer seltenen Autoimmunerkrankung. Mit zwei Jahren mussten ihm Füße und Hände amputiert werden. Im Gazastreifen wäre er zum Tode verurteilt, denn die Gesundheitsversorgung ist desolat. Auf der anderen Seite der Grenze kann er zwar behandelt werden, doch der Preis dafür ist hoch.

Muhi lebt ein paradoxes Leben. Nur sein Großvater durfte ihn nach Israel begleiten und so leben die beiden seit nun sechs Jahren im Krankenhaus. Muhi kennt kaum seine Eltern und Geschwister, die seltenen und erkämpften Besuche der Mutter sind Besonderheiten. Sein Vater verurteilt den Staat, der seinen Sohn am Leben erhält, und wünscht, dass der Junge nach Gaza zurückkommt – koste es, was es wolle. Obwohl Muhis Aktionsradius doppelt beschränkt ist, richtet er sich in seinem Alltag ein und schafft es, mit seinem Lebensmut die ihn behindernden Grenzen ad absurdum zu führen. Dennoch schimmert die Unauflösbarkeit seiner individuellen Tragödie in diesem feinfühligen Film in jeder Szene direkt unter der Oberfläche. Am Ende bleibt die Frage, wie es diesem ungewöhnlichen Kind gelingen kann, auch in Zukunft seinen eigenen Weg zu gehen.
Website: muhigenerallytemporary.com

„Blanka“ von Kohki Hasei startet am 29.03.2018 im Kino

blankaIn seinem Debutfilm erzählt der japanische Regisseurs Kohki Hasei die Geschichte des Waisenmädchens Blanka, das auf den Straßen Manilas zu überleben gelernt hat und sich mit Betteln und Diebstählen über Wasser hält. Eines Tages sieht sie im Fernsehen, dass eine berühmte Schauspielerin ein Kind adoptiert hat und sofort ist Blanka von dem Gedanken besessen, sich eine Mutter zu kaufen, um auch in die Schule gehen zu können und ein glückliches Leben zu führen. Doch woher das Geld kommen? Eine Gelegenheit eröffnet sich ihr, als sie den blinden Straßenmusiker Peter kennenlernt. Während Blanka Peter hilft, Geld von seinem Publikum einzusammeln, gibt er ihr Gesangsunterricht. Blanka erfährt so zum ersten Mal, dass sie mehr kann als stehlen. Doch Peter sorgt sich um Blankas Zukunft und denkt darüber nach, sie in ein Waisenhaus zu bringen. Als Blanka von seinen Absichten erfährt, rennt sie weg. Wieder auf der Straße, beginnt sie erneut zu stehlen. Doch als die Situation zu eskalieren droht, steht Peter im richtigen Moment auf ihrer Seite. Obwohl der Film eine märchenhafte Geschichte erzählt, orientiert er sich dicht an der harten Realität der Straßenkinder von Manila, denen die junge Laiendarstellerin der Blanka, Cydel Gabutero, einen starken Ausdruck verleiht.

Nach der Kinoauswertung wird der Film über Bundesverband Jungend und Film (BJF) den Film für die Bildungsarbeit zugänglich machen.

„The Green Lie“ – Kinostart am 22.03.2018

greenlieAm 22.03.2018 startet der Film „The Green Lie – Die grüne Lüge“ von Werner Boote (Österreich 2018, 97 Min.) im Kino. Darin begibt sich Werner Boote, der mit seinen Filmen „Plastic Planet“ und „Population Boom“ den großen Problemen der Erde mit seiner persönlichen Neugierde begegnet ist, auf eine Reise zu den Schauplätzen der schlimmsten Umweltkatastrophen. Dabei decken der österreichische Regisseur Werner Boote und die deutsche Autorin Kathrin Hartmann die Lügen von „Greenwashing“-Unternehmen auf: von den desaströsen Folgen der von der BP-Bohrinsel Deepwater Horizon verursachten Ölpest, über das gewaltige Ausmaß der von Palmöl-Konzernen betriebenen Regenwald-Brandrodungen in Indonesien bis zu den Auswirkungen der Rinderzucht auf die Ureinwohner Brasiliens. Sie besuchen die Verleihung des Sustainable Entrepreneurship Awards in Wien, eine Palmöl-Konferenz in Bali, die Hauptversammlung von RWE in Essen und kommen zu dem Schluss, dass die sogenannten grünen Produkte der Industrie nichts mit wirklicher Nachhaltigkeit zu tun haben. Stattdessen zerstören sie die Umwelt und untergraben Maßnahmen, die eigentlich nötig wären. Mit namhaften Experten wie Noam Chomsky und dem Schriftsteller und Aktivisten Raj Patel diskutieren die Filmemacher über die Verbindung von Ökologie und Ökonomie, aber auch den Fehler der Politik, die Verantwortung für den gerechten und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen auf die Verbraucher abzuwälzen.

Weitere Informationen: www.wernerboote.com