Material für die Bildungsarbeit

Das ZDF stellt kurze Dokumentationen und Animationen unter einer freien Lizenz online. Die Inhalte können von jedem genutzt und weiterverbreitet werden, ohne die Erlaubnis des ZDF einholen zu müssen. Den Auftakt machen 50 Produktionen der Reihe „Terra X“ – darunter 6 kurze Clips zum Thema „Klima/Klimawandel“. Das Material steht als offene Bildungsressource (OER) unter einer „Creative Commons“-Lizenz mit den Bedingungen „BY“ und gegebenfalls „SHARE ALIKE“. Bei der Nutzung des Materials muss der Urheber (ZDF oder Terra X) genannt werden muss. Weitere Informationen zu Inhalten und Rechten in der ZDF-Mediathek

Deutscher Menschenrechtsfilmpreis 2020

Bis zum 31.07.2020 können noch Beiträge zum Deutschen Menschenrechts-Filmpreis in der Kategorie Non Professional für Schulklassen und Amateure eingereicht werden. Gefragt sind Schulklassen, Jugend- oder Erwachsenengruppen, die in den Jahren 2018-2020 einen Videofilm zu einer menschenrechtlichen Thematik hergestellt haben. Die Kategorie „Non Professional“ ist – adäquat zu allen anderen Kategorien – mit 2.500 € dotiert. Der Preis wird am 5. Dezember in Nürnberg verliehen.

Infos und Einreichung: https://www.menschenrechts-filmpreis.de/anmeldung/
Einreichungen sind auch möglich über die Amateur-Festival-Plattform: https://www.filmfestivals4u.net/

„Sarita“: Kinostart am 20.06.2020

1990 wurde ein Sechstel der bhutanischen Bevölkerung ins Exil geschickt, weil sie ihren Monarchen lediglich um demokratische Rechte bat. Die 13-jährige Sarita wurde in einem Flüchtlingslager in Nepal, in dem mehr als 100.000 bhutanische Flüchtlinge leben, geboren. Jetzt sehen sich Tausende Familien gezwungen, auszuwandern. In seinem Film begleitet Sergio Basso (Italien Deutschland 2019, 89 Min.) Sarita durch ihren Alltag. Mit ihren unbequemen Fragen über ihre Herkunft und die Gründe ihrer Flucht bringt sie die Älteren, die sich scheinbar angefunden haben, nicht selten in Erklärungsnot. Musik- und Tanzszenen à la Bollywood erzählen auf einer zweiten Ebene von der Lebenslust aber auch dem Tatendrang der jungen Generation, ihr Schicksal nicht länger als gegeben hinzunehmen.

Dem Film, einer Mischung aus Musical und Dokumentation, geht eine zehnjährige Recherche von Regisseur Sergio Basso voraus. Neben den Bewohnern des Camps sprach er mit vielen Organisationen und Politikern über die Flüchtlinge und die Beziehungen zu Bhutan, eines weitgehend vergessenen Themas. Als er bei einem seiner vielen Besuche eine Gruppe Jugendlicher bei der Probe zu einem Tanz beobachtete, entstand die Idee der Verbindung von dokumentarischen Elementen mit denen des Musicals.

„So ist ein Film entstanden“, heißt es in der Rezension von Rouven Linnarz in film-rezensionen.de, „der gerade durch diese Elemente sowie seine jugendliche Protagonistin sehr dynamisch und angenehm frech daherkommt, wobei der Grundton in den übrigen Szenen bisweilen etwas sehr didaktisch wirkt.“

Weitere Informationen: https://www.missingfilms.de/index.php/filme/300-sarita

Afrika_digital.2: Neue DVD für die Bildungsarbeit

Die Themen-DVD umfasst vier Filme, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit den Verheißungen und Folgen der Digitalisierung auf dem afrikanischen Kontinent verbinden. Die Dokumentation „Digital Africa – Ein Kontinent erfindet sich neu“ bieten einen Überblick über eine hierzulande kaum bekannte und äußerst kreative Start-up-Szene in Kenia, Ruanda und Ghana. Der Film „ChinAfrika.mobil“ folgt dem Lebenszyklus eines Mobiltelefons von der Rohstoffgewinnung im Kongo, über die Fertigung in China bis zur Entsorgung bzw. Wiederverwertung in Nigeria. Zwei experimentellen Kurzfilme setzen sich mit den sozialen Folgen auseinander, die diese neuen Geräte und deren Anwendungen mit sich bringen – sowohl im individuellen Verhalten, wie mit ihren politischen Implikationen. „Algo-Rhythm“ wurde von der österreichischen Künstlerin Manu Luksch und senegalesischen Rappern entwickelt. Zwei Kandidatinnen für das Präsidentenamt nehmen die Dienste eines Mr. X in Anspruch, der die Wähler mithilfe von Algorithmen zu manipulieren verspricht. „Zombies“ des kongolesischen Musikers und Filmemachers Baloji ist eine provozierende Auseinandersetzung mit der Kulturszene Kinshasas und ironisiert die mit der Digitalisierung einhergehende Veränderung der zwischenmenschlichen Beziehungen als ‚Zombifizierung‘. Die kritische Bewertung seitens afrikanischer Intellektueller und Künstler hebt die weltweite Brisanz der auch hierzulande geführten Debatten hervor. Weitere Informationen finden Sie in der Datenbank.

„In Search“. Ein Film von Beryl Magoko

Der Film „In Search“ von Beryl Magoko (2019, 91 Min.) erzählt die sehr persönliche und bewegende Geschichte der Regisseurin und Protagonistin Beryl Magoko aus Kenia, die sich als Mädchen der Genitalverstümmelung unterziehen musste. Die junge Frau, die inzwischen in Deutschland lebt, ist auf der Suche nach einem Weg, wie sie damit umgehen kann und steht vor der Frage, ob sie sich einer rekonstruierenden Operation unterziehen soll. Dabei spricht sie mit anderen betroffenen Frauen und kehrt zu ihrer Familie in ihre Heimat zurück. Vision Kino empfiehlt den Film für die Bildungsarbeit ab 15 Jahren in den Fächern Sexualkunde, Ethik, Religion, Biologie, Deutsch, fächerübergreifend: Erziehung zur sexuellen Selbstbestimmung und hat einen Film-Tipp veröffentlicht. Der Film bietet auch in der Auseiandersetzung mit Themen der Selbstbestimmung von Frauen, Selbst- und Fremdbilder der eigenen Persönlichkeit viele Ansatzpunkte zur Diskussion. Weitere Informationen auch unter https://insearch.magoko.net/

 

Kinostart „Für Sama“ am 05.03.2020

In ihrem Film „Für Sama“ (Großbritannien 2019, 95 Min.), den Waad al-Khateab zusammen mit Edward Watts drehte, erzählt die syrische Regisseurin ihre sehr persönliche Geschichte in Aleppo: Von den Aufständen in der syrischen Stadt über die Liebe zu ihrem Mann Hamza, die Hochzeit und die Geburt ihrer Tochter Sama, all das unter den katastrophalen Bedingungen des Krieges. Mit ihren Bildern ermöglicht Waad al-Khateab Eindrücke von Verlust, Freude und Überleben. Und es stellt sich ihr immer wieder die Frage, ob sie die Stadt verlassen soll, um das Leben ihrer Tochter zu schützen. In der Berüdnung für den Film des Monats 03/2020 der Evangelischen Filmarbeit heißt es: „Im Unterschied zum Strom der Nachrichtenbilder wird das Leid der unbekannten, zufälligen Opfer hier aber stets konkret – indem die Regisseurin es mit ihrer Erfahrung als Frau und Mutter verknüpft. „Für Sama“ bringt dem Publikum erschütternd nahe, welchen Risiken die Menschen in den neuen Kriegsregionen ausgesetzt sind.“

The Food Challenge. Wie die Ernährung sichern

Der dreiteilige Dokumentarfilm von Katja Becker (2018, 3 x 26 Min.) befasst sich mit den Geschäftspraktiken der großen Internationalen Chemiekonzerne in Kenia. So verkaufen Bayer, BASF und Syngenta in Kenia weiterhin Agrarpestizide, die wegen nachgewiesener Schädlichkeit für Menschen und Umwelt in Europa verboten sind. Entwicklungsländern wie in Kenia mit weniger strengen Gesetze werden die Chemikalien unverändert beworben und verkauft. Die Chemie- und Saatgut-Industrie versucht, im Zeichen der Welternährung auf diese Märkte zu drängen. Doch Wissenschaftler, Bauern und Aktivisten alternativer Landwirtschaftsmethoden sind sich, wie hier in Ostafrika, einig, dass es nicht mehr Chemie und Hybridsaatgut braucht, um die Welt zu ernähren, sondern dass es höchste Zeit für ein generelles Umdenken ist. Es geht darum, lokal, regional und global die bereits existierenden bäuerlichen Systeme zu stärken, um der weltweiten Machtkonzentration im Ernährungs- und Agrarsektor zu widerstehen.

Der erste Teil des Films, „Ein giftiges Geschäft?“, konzentriert sich auf die Folgen des Pestizideinsatzes auf die kenianische Landwirtschaft und die KonsumentInnen der Produkte. Vergiftungen bei Bäuerinnen und Konsumenten, der teils dramatische Verlust an Biodiversität, eine abnehmende Bodenfruchtbarkeit und die wachsende Verschuldung durch den Zwang zum Kauf von Saatgut und Pestiziden ist. Der zweite Teil, „Ursachen des Hungers“, spürt den Zusammenhängen von Agrarpolitik und Ernährungssicherheit nach. Durch Werbe- und Lobby-Aktivitäten der großen internationalen Chemiefirmen steht Kenia kurz davor, dass Kleinbauern die Wiederaussaat ihrer Feldfrüchte untersagt wird und sie dadurch dauerhaft von Hybridsaatgut abhängig werden. Ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) demonstriert hingegen, wie nachhaltige Bodenfruchtbarkeit erreicht und Schädlingsbefall vermieden werden kann, ohne dass dabei auf chemische Produkte zurückgegriffen werden muss. Im dritten Teil, „Auf der Suche nach Nachhaltigkeit“, wird ein Pilotprojekt im Norden Kenias vorgestellt, das in einer ariden Landschaft mittels Bewässerung gute Erträge erzielt. Hier werden allerdings auch die schwierigen sozialen Verwerfungen in einer vom Klimawandel bedrohten Region deutlich. Bewässerungsprojekte in der Landwirtschaft konkurrieren mit den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung, deren Herden dringend auf die schwindenden Wasserreserven angewiesen sind. Die DVD ist für die Bildungsarbeit bei EZEF zu beziehen.

„Die Wütenden – Les Misérables“ Kinostart am 23.01.2020

Am 23.02.2020 startet der Film von Ladj Ly (Frankreich 2019, 103 Min.) über die konfliktreichen Auseinandersetzungen in den Pariser Vorstädten im Kino. Stéphane ist neu in der Einheit für Verbrechensbekämpfung in Montfermei. Die Spannungen im Viertel, in dem es immer wieder zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Gangs und Polizei kommt, ist unübersehbar. Seine erfahrenen Kollegen, mit denen er Streife fährt, haben ihre Methoden den Gesetzen der Straße angepasst und überschreiten dabei selbst immer wieder die Grenzen des Legalen. Als im Viertel ein Löwenbaby, lebendes Maskottchen eines Clan-Chefs, gestohlen wird, droht die Situation zu eskalieren. Bei der versuchten Verhaftung eines jugendlichen Verdächtigen werden die Polizisten mit Hilfe einer Drohne gefilmt. Ihr fragwürdiges Vorgehen droht öffentlich zu werden. Regisseur Ladj Ly, selbst in Montfermeil aufgewachsen, siedelt sein spannungsgeladenes Spielfilmdebüt am Schauplatz von Viktor Hugos berühmtem Roman “Les Misérables” an. Sein Standpunkt ist, dass sich in den letzten 150 Jahren in den von Armut und sozialen Spannungen geprägten Vororten, wo Jugendliche mit Migrationshintergrund im Krieg mit der Polizei liegen – und umgekehrt – wenig geändert hat. Hier begannen 2005 die Straßenaufstände, die Paris erschütterten. Der Film wirft einen harten und provozierenden Blick auf soziale Ungerechtigkeit und einen von Gewalt geprägten Alltag in den Pariser Banlieues, auf eine Jugend ohne Chance – und ihre Art, sie zu nutzen. Der Film basiert auf Lys gleichnamigen Kurzfilm von 2017, wurde beim Festival de Cannes 2019 mit dem ‚Preis der Jury‘ ausgezeichnet und ist der Beitrag Frankreichs für den Oscar. Film des Monats der Jury der Evangelischen Filmarbeit.

Weitere Informationen: https://www.wildbunch-germany.de/movie/die-wuetenden

„Bis dann, mein Sohn“: Kinostart am 14.11.2019

Am 14.11.2019 startet der Film „Bis dann, mein Sohn“ des chinesischen Regisseurs Wang Xiaoshuai (China 2018, 185 Min.) im deutschen Kino.Erzählt wird die Geschichte zweier Familien, deren Schicksal durch den Tod des Sohnes der einen Familie eng miteinander verbunden ist. Doch obwohl Liu Yaojun und Wang Liyun Peking verlassen und in den ihnen fremden Süden Chinas ziehen und dort einen Jungen adoptieren, dem sie den Namen des Verstorbenen geben, bleiben sie seltsam unverbunden mit dem Leben. Erst mit dem Wiederbegegnung der alten Freundin und ihrer Familie kurz vor ihrem Tod scheint eine Versöhnung vorstellbar und der Friede mit dem eigenen Schicksal. Doch neben der persönlichen Geschichte entfaltet der Film auf vielfältigen Ebenen ein Tableau der jüngeren Geschichte Chinas. Die Kulturrevolution, sowie die tabuisierten Folgen der Ein-Kin-Politik ziehen sich als roter Faden durch die fein gewebte Geschichte. Der Film wurde zum Film des Monats der Evangelischen Filmarbeit des Monats November gekürt und wurde bei der Berlinale 2019 mit dem Silbernen Bären für Wang Jingchun als Bester Darsteller und Yong Mei als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Schon in seinem vorherigen Film „Bejing Bicycle“ gelang es Regisseur Wang Xiaouchuai, die persönliche Geschichte des 17-jährige Bauernjunge Guei, der mit hohen Erwartungen vom Land nach Peking kommt, mit den bewegenden Themen seiner Zeit zu verbinden.
Weitere Informationen zu „Bis dann, mein Sohn“ unter http://www.pifflmedien.de

„2040 – Wir retten die Welt!“ Kinostart am 07.11.2019

Im Jahr 2040 wird Velvet, die Tochter des Dokumentarfilmemachers Damon Gameau erwachsen sein. Mit seinem Film „2040 – Wir retten die Welt!“ (Australien 2019, 92 Min.) will er herausfinden, ob ihr Leben in 20 Jahren noch lebenswert ist und macht sich auf die Suche nach Projekten, die die Hoffnung auf eine gute Zukunft unterstreichen. Sein Ansatz: Wenn wir dafür sorgen, dass sich gute Ideen und Erfindungen, die es heute bereits gibt, flächendeckend durchsetzen, dann könnten wir im Jahr 2040 sogar auf eine verbesserte Lebensqualität blicken. Zum Beispiel durch miteinander verbundene Solarzell-Systeme, die lokale Communities mit Strom versorgen, diese zugleich aber auch unabhängig machen von störanfälligen zentralistischen Strukturen. Gleichzeitig würde der Energiesektor demokratischer und effizienter werden. Dies illustriert der Regisseur anhand eines Projekts in Bangladesch, bei dem einfache Menschen mithilfe des auf ihren Hüttendächern produzierten Stroms nicht nur über eine sichere Stromzufuhr verfügen, sondern auch noch miteinander Energiehandel treiben. Das eigene Stromnetz verschafft ihnen darüber hinaus – etwa in Form einer verlässlichen abendlichen Beleuchtung – auch viel mehr Möglichkeiten in Sachen Bildung, Freizeit, Arbeit und sozialer Austausch. Dieses und andere heute bereits existierende Projekte stellt Gameau vor und spricht dazu mit zahlreichen ExpertInnen weltweit – Aktivisten, Landwirten, Wissenschaftlern. Und er lässt Kinder der Generation seiner Tochter Velvet, die er überall auf der Welt trifft und die er hier mit ihren Ideen und Gedanken zum Klimawandel zu Wort kommen. Weitere Informationen: https://www.24-bilder.de/filmdetail.php?id=806