„Der Mann, der seine Haut verkaufte“: Kinostart am 24.02.2022

Am 24.02.2022 startet der Film von Kaouther Ben Hania (Tunesien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Schweden 2021, 104 Min.) im Kino. Darin erzählt die tunesische Filmemacherin von dem jungen Syrer Samir und seiner großen Liebe Abeer. Als Samir wegen vermeintlicher revolutionärer Umtriebe in den Libanon flieht, verlässt auch Abeer das Land, jedoch als Verlobte eines Diplomaten, der sie mit nach Belgien nimmt. Ein Visum für Europa zu erhalten, scheint für Samir aussichtslos zu sein. Doch dann macht ihm ein Künstler ein Angebot: Wenn er ihm erlaubt, ein Schengen-Visum auf seinen Rücken zu tätowieren, garantiert er ihm grenzenlose Reisefreiheit – er muss dafür aber auch als lebendes Kunstobjekt zur Verfügung stehen. Die satirische Auseinandersetzung mit der Arroganz der europäischen Kunstwelt wird in dem nachdenklichen Werk ebenso geführt, wie die mit dem ignoranten Umgang mit denen, die Länder wie Syrien nicht freiwillig verlassen.

„Ballade von der weißen Kuh“: Kinostart am 03.02.22

Am 03. Februar startet der iranische Spielfilm „Ballade von der weißen Kuh“ von Behtash Sanaeeha und Maryam Moghaddam (Iran, Frankreich 2020, 105 Min.) im Kino.
Minas Mann war in Teheran zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Ein Jahr später erhält sie die Nachricht, dass er einem Justizirrtum zum Opfer gefallen ist. Eine Entschädigung wird in Aussicht gestellt, die Begehrlichkeiten bei der Familie ihres Mannes weckt. Doch trotz der Schutzlosigkeit, der sie als Witwe und Mutter einer stummen Tochter ausgesetzt ist, kämpft sie um Unabhängigkeit und Gerechtigkeit, die nicht durch das Zahlen eines Blutgeldes hergestellt werden kann. Als ein Unbekannter und angeblicher Freund ihres Mannes in ihr Leben tritt, erfährt sie zum ersten Mal Interesse und Unterstützung bei ihrem Vorhaben, nicht schweigend zu erdulden, was geschieht. Doch die langsame Annäherung der beiden bleibt ihrer Umgebung nicht verborgen, die jedes Fehlverhalten bestraft, um schließlich auch die wahre Identität des Fremden zu entschlüsseln.
Der Film erzählt in eindringlichen Bildern eine Geschichte um Schuld und Vergebung, die weit über das Schicksal des Einzelnen hinausgeht.

„The Other Side of the River“ im Kino

Am 27.01.2022 startet der Film „The Other Side of the River – No Women no Revolution“ von Antonia Kilian (Deutschland, Finnland 2021, 92 Min.) im Kino.
Die 19-jährige Hala entkam einer arrangierten Ehe, indem sie den Euphrat überquerte, um bei einer kurdischen Frauenverteidigungseinheit ein neues Zuhause zu finden – eine Einheit, die ihre maßgeblich zur Befreiung ihrer Heimatstadt Minbij vom Islamischen Staat beitrug. Für ihre Mitstreiterinnen ist der Feind nicht nur der IS, sondern das Patriarchat im Allgemeinen, mit der (Zwangs-)Ehe als ultimativer Unterdrückungsinstitution.
Die jungen Frauen werden im Kampf ausgebildet und in die Ideale der kurdischen Frauenbewegung eingeführt. Hala ist von diesen Lehren zutiefst beeindruckt und widmet sich entschlossen dem Versprechen, nicht nur mehr Frauen, sondern auch ihre Schwestern um jeden Preis zu befreien. Der Film schildert den entschlossenen Weg von Hala und reflektiert gleichzeitig die Erfahrungen der Regisseurin als Feministin und Außenseiterin in einer Situation, in der der Begriff „militanter Feminismus“ durchaus wörtlich verstanden werden könnte.  
Weitere Informationen bei jip film

FilmCafé Global: Online-Gespräche zu Filmen im Globalen Lernen

Nach der guten Resonanz auf die Online-Reihe FilmCafé Global 2021 gibt es eine Neuauflage der Filmgespräche. Von Januar bis April 2022 finden fünf Online-Termine statt, die sich diesmal jeweils einem Thema widmen, aber auch wieder Tipps zur Organisation von Veranstaltungen mit Filmen bieten.
Den Anfang macht ein Gespräch zum Thema „Frauenpower“ – Frauen vor und hinter der Kamera“ am Donnerstag, 27.01.2022, 16.00-17.30 Uhr.

Frauen vor und hinter der Kamera – Ein Blick nach Pakistan und andere Länder außerhalb Europas: Im Mittelpunkt des Workshops steht das Empowerment von Frauen anhand von filmischen Beispielen, die einen Blick auf die Lebenssituationen von Frauen werfen. Diese und andere Filme können dann z. B. aus Anlass des Weltfrauentages am 8. März gezeigt werden.
Nähere Informationen und Anmeldung bis Mittwoch, den 19.01.2022 unter:
https://www.brot-fuer-die-welt.de/termin/filmcafe-global-frauenpower-395/?no_cache=1&tx_aseventcalendar%5Bpreview%5D=1

Weitere Themen und Termine:
„Klimagerechtigkeit mit Filmen vermitteln“
Mittwoch, 16.02.2022, 16.00-17.30 Uhr

„Koloniale Geschichte“ in der Auseinandersetzung in und mit Filmen
Mittwoch, 09.03.2022, 16.00-17.30 Uhr

„Kinderrechte und Kinderarbeit: Filme zeigen Kinderwelten“
Dienstag, 05.04.2022 16.00-17.30 Uhr 

„Rohstoffgerechtigkeit am Beispiel E-Mobilität“
Mittwoch, 28.04.2022 16.00-17.30 Uhr 

Weitere Informationen im Flyer:

Titelfoto: aus dem Film „Mit den Augen eines Flüchtlingskindes“ von Susan Gluth

„Made in Bangladesh“: DVD für die Bildungsarbeit

Der Spielfilm „Made in Bangladesh“ von Rubaiyat Hossain (Frankreich, Bangladesch, Dänemark, Portugal, 2019, 95 Min. OmU) steht jetzt als DVD für die Bildungsarbeit zur Verfügung. Erzählt wird die Geschichte der jungen Textilarbeiterin Shimu, die trotz großer Widerstände seitens ihres Arbeitgebers den Mut fasst, eine Gewerkschaft zu gründen. Auch ihr Mann fühlt sich durch das zunehmende Selbstvertrauen Shimus bedroht und versucht, sie in religiös-patriarchale Schranken zu verweisen. Doch Shimu, deren Geschichte die Regisseurin nach der wahren Lebensgeschichte einer Gewerkschafterin aus Bangladeshs Hauptstadt Dhaka geformt hat, verfolgt mit Unterstützung ihrer Kolleginnen weiter ihren Weg. Der Film steht bei den Evangelischen Medienzentralen im Verleih zur Verfügung und kann bei EZEF gekauft werden.

Augenblicke Afrika

Vom 04.-14.11.2021 findet das Afrikanische Filmfestival in Hamburg statt. Das Programm stellt in Kurz- Dokumentar- und Spielfilmen aktuelle Zustandsbeschreibungen afrikanischer RegisseurInnen vor und setzt sich mit der Präsenz afrikanischer Kulturen in Europa auseinander. Im Programm der neue Spielfilm „The Man who Sold his Skin“ der tunesischen Regisseurin Kaouther Ben Hania über einen Syrer, der als „Kunstwerk“ die Reisefreiheit genießt, die ihm als Flüchtling nicht gestattet sind. Peter Heller vertieft im Filmgespräch am 14.11.21 seine Auseinandersetzung mit Kunsthandel, Kunstraub und der Rolle von Artefakten im afrikanischen Kontext, die er in seinem Film „Verkaufte Götter“ aufgenommen hat. Nähere Informationen hier …

Startfoto aus dem Film: „Verkaufte Götter“ von Peter Heller

18. Afrika Filmfestival Köln

Vom 16.-26.09.2021 findet das Afrika Filmfestival Köln mit bewährter vielseitiger Auswahl an aktuellem Filmschaffen aus Ländern Afrikas statt. Mehr als 70 ausgewählten Filme, Diskussionen mit afrikanischen Gästen im Kinosaal, Workshops, Schulvorführungen, Live-Musik, persönliche Begegnungen im Kinofoyer sowie Angeboten von Virtual Reality Produktionen und Video-Serien in den Festival-Cafés stehen auf dem Programm. Endlich wieder als reale Veranstaltung begeistern sich die VeranstalterInnen im Programmheft: Voller Optimismus und cineastischem Tatendrang freuen wir uns darauf, gemäß der südafrikanischen Lebensweisheit: „Wende Dich der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich!“ Das ausführliche Programm gibt es unter: https://afrikafilmfestivalkoeln.de/start
Eine kleine Auswahl an Filmklassikern ist auch im onlienangebot zu sehen.

„NOW!“

Am 26. 08. 2021 startet „NOW!“, das Film-Debüt des Fotografen Jim Rakete (Deutschland 2020, 79 Min.) im Kino. Der Dokumentarfilm beschäftigt sich mit dem Kampf der jungen Generation für eine bessere und nachhaltige Welt. Junge KlimaaktivistInnen von Organisationen wie „Extinction Rebellion“, „Youth v Gov“, „Ende Gelände“, „Plant for the Planet“ und „Fridays for Future“ kommen ausführlich zu Wort und stellen, unterstützt von ExpertInnen Konzepte für zukunftsorientiertes Handeln vor. Jim Rakete stellt sie in dem Raum vor, in dem sie authentisch über ihre Motivation zum Handeln erzählen und Erkenntnisse vermitteln können. Auch Handelnde aus Raketes Generation, wie Filmemacher Wim Wenders und Musikerin Patti Smith kommen zu Wort und bestätigen den Wunsch nach generationsübergreifendem Handeln.

Weitere Informationen: https://www.wfilm.de/de/now/

„Homo Communis“: Kinostart am 08.07.21

Der Dokumentarfilm „Homo Communis – Wir für alle“ von Carmen Eckhardt (Deutschland 2021, 97 Min.) wirft ein Licht auf einen möglichen Paradigmenwechsel. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die neue Kommunikationsformen, Produktionsweisen und Regeln entwickeln, weg von Hyper-Konsum, Hyper-Individualismus und Umweltzerstörung: Eine Kooperative in Venezuela, Solidarische Landwirtschaft, ein Denk Netz, Geburtsvorbereitung und Sterbebegleitung, tatkräftiger Protest im Rheinland, eine Utopiastadt im urbanen Raum, UnternehmerInnen und AktivistInnen mit neuen Ideen, Orte an denen sich Menschen gegen den Ausverkauf ihrer persönlichen Lebensbereiche zusammenfinden. Dabei ist Gemeinsinn die große Herausforderung, indem individuelle Freiheit und Bedürfnisse mit den Erfordernissen der Gemeinschaft ausbalanciert werden. Es ist ein fortdauernder Prozess zu lernen, wie gemeinsam Neues entstehen kann.

„Made in Bangladesh“: Kinostart im Mai

Wenn die Kinos endlich wieder öffnen können, dann steht hoffentlich auch dem Filmstart des Spielfilms „Made in Bangladesh“ von Rubayiat Hossain nichts mehr im Wege, der für Mai angekündigt ist. Der Film (Frankreich, Bangladesch, Dänemark, Portugal 2019, 95 Min., OmU) erzählt von der 23-jährigen Shimu, die in einer Textilfabrik in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, arbeitet. Nachdem bei einem Feuer eine Kollegin ums Leben kommt, ist sie bereit, in ihrer Fabrik die Gründung einer Gewerkschaft in Angriff zu nehmen. Trotz der Drohungen der Fabrikleitung, die hohen bürokratischen Hürden, die ihr in den Weg gelegt werden, und nicht zuletzt gegen den wachsenden Druck ihres Ehemannes, der sie in die traditionell und religiös legitimierten Schranken verweisen will, ist sie mutig entschlossen, den Kampf um ihre Rechte aufzunehmen.

Rubaiyat Hossain, eine der wenigen Filmemacherinnen in Bangladesch, hat sich schon in ihren vorhergehenden Filmen mit der Situation von Frauen in Bangladesch auseinandergesetzt. Während ihrer Recherchen zur Situation von Frauen in der Textilindustrie lernt sie die Arbeiterin und Gewerkschaftspräsidentin Daliya Sikder kennen. Beeindruckt von ihrem mutigen Kampf baute sie die Handlung ihres Spielfilms auf deren Erlebnissen auf.

„Made in Bangladesh“ ist nicht nur die spannungsreiche Geschichte einer jungen Frau, die sich beherzt und schließlich erfolgreich für sich und ihre Kolleginnen einsetzt, sondern er führt, filmisch verdichtet, auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen von den mehr als drei Millionen Frauen in Bangladesch vor Augen, die in der Textil- und Modeindustrie arbeiten. Nicht zuletzt durch die aktuelle Diskussion über ein Lieferkettengesetz und die Klagen der Modebranche auch hierzulande ist dieser Film von hoher Aktualität.

Der Filmstart wird von der Kampagne für Saubere Kleidung, Future Fashion, Brot für die Welt und deab (Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg) unterstützt. Im Herbst steht der Film dann auch als DVD für die Bildungsarbeit zur Verfügung. Nähere Informationen unter www.ezef.de